Jahr des Priesters

Pfarrgemeinde am Dom
ZUM HEILIGEN KREUZ
Nordhausen am Harz



Papst: "Der Dienst des Priesters ist unverzichtbar."

 

Papst Benedikt XVI. eröffnete in Rom internationales "Jahr des Priesters"

 

Vatikanstadt (KAP)

Der Dienst des Priesters ist "unverzichtbar für die Kirche und für die Welt", betonte Papst Benedikt XVI. zum Auftakt des internationalen "Jahres des Priesters". Es sei die Aufgabe der Geistlichen, unter den Menschen von heute als Boten der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens zu wirken. "Die Kirche braucht heiligmäßige Priester", so der Papst. Auch für die Geistlichen gelte der ständige Ruf zur Umkehr.

 Nichts lasse die Kirche so sehr leiden "wie die Sünden ihrer Hirten", stellte Benedikt XVI. fest. Dabei verwies er u.a. auf Priester, die die Gläubigen mit "Privatlehren" in die Irre führen oder ihnen durch Nachlässigkeit oder Schuld Schaden zufügen.

Das "Jahr des Priesters" soll die weltweit mehr als 400.000 katholischen Geistlichen an die Ideale ihrer Berufung erinnern und für Priesternachwuchs werben. Äußerer Anlass der Initiative ist das 150. Todesjahr des heilig gesprochenen Pfarrers von Ars, Jean-Marie Vianney (1786-1859).

 

Während des "Jahres des Priesters" sind weltweit in den Diözesen Veranstaltungen aller Art geplant.


In unserer Pfarrgemeinde Dom zum Heiligen Kreuz wurde von Pfarrer Richard Hentrich ein Arbeitskreis initiiert, der sich als Aufgabe gestellt hat, den Zusammenhang der Jahr-des-Priesters-Thematik mit der konkreten Nordhäuser Situation sichtbar zu machen.

Sechs Thementafeln werden erstellt, um die Erkenntnisse des Arbeitskreises der Gemeindeöffentlichkeit vorzustellen. Als Termin ist der 11. Juni 2010 vorgesehen.

An diesem Tag (Hochfest Heiligstes Herz Jesu) wird im Nordhäuser Dom, um 18.30 Uhr,  sozusagen als liturgischer Höhepunkt zum Thema "Jahr des Priesters", ein Gottesdienst gefeiert, in dem auch der verstorbenen Seelsorger gedacht wird.


 

Seinen Abschluss findet das Themenjahr mit einem internationalen Priestertreffen vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rom.

 

Erzbischof Piacenza sieht im Pfarrer von Ars ein "Modell" für die Priester von heute - "trotz zeitbedingter Formen, die einem heute überholt vorkommen". Wörtlich meinte der Sekretär der Kleruskongregation: "Wenn man die Biografie des Pfarrers von Ars aufmerksam liest, dann stößt man zwar auf einige zeitbedingte Ausdrücke und Haltungen, aber man versteht auch, dass der Kern seines Denkens und seines Dienstes absolut aktuell ist. Er war nämlich wirklich ein Grenzgänger: Pfarrer in einer armen und schwierigen Gemeinde, wo der Glaube schwach und die Sitten eher lax waren. Er hat sich nicht den Leuten angepasst, sondern eine Radikalität gelebt, die mit der Zeit seine ganze Umgebung angesteckt hat".


 

Monsignore Waclawek (links im Bild) feiert sein diamantenes Priesterjubiläum im Fuldaer Josefsheim.
Rechts im Bild Weihbischof Johannes Kapp

Wenn wir ein Jahr des Priesters begehen, dann müssen wir uns auch erinnern an un- seren ehemaligen Pfarrer, Herrn Dechant Norbert Waclawek.

Monsignore Waclawek feierte kürzlich in der Kapelle des Josefsheims in Fulda sein Diamantenes Priesterjubiläum.
60 Jahre wahrhaften Dienst am Menschen, mit großer Güte und tiefem Gottvertrauen!
Wer ihn erlebt hat, wir das nur bestätigen können.

Nach der Vertreibung aus seiner oberschle- sischen Heimat trat er, ganz nach seinem priesterlichen "Ad sum - hier bin ich", den Dienst in der thüringischen Diaspora (da- mals noch russische Besatzungszone) an und wirkte als Kaplan in in Eisenach und Gotha und später als Pfarrkurat in Bad Sulza und Bad Berka.

1967 wurde Norbert Waclawek Dompfarrer und Dechant in Nordhausen, wo er auch als Vertreter in den Pastoralkongress der damaligen DDR delegiert war.

Aus gesundheitlichen Gründen wirkte Monsignore Waclawek dann ab 1982 als Krankenhausseelsorger in Bad Orb.

   
Nachtrag:
Am 21. Januar 2010 verstarb Monsignore Norbert Waclawek und wurde - seinem Wunsch entsprechend - auf dem Friedhof von
Freigericht-Altenmittlau am 27.01.2010 beerdigt (siehe auch hier)

Im Nordhäuser Dom feierten wir deshalb am 3. Februar 2010, um 9.00 Uhr, das Requiem für den Verstorbenen.

   

25. Weihejubiläum
 

Die Kirche spendet das Weihesakrament in drei Stufen: die Diakonenweihe, die Priesterweihe und die Bischofsweihe. Alle Empfänger des Weihesakramentes sind zu einem gemeinsamen Dienst in der Kirche berufen.

 

Am Ostermontag feierte Diakon Edmund Döring mit seinen Gästen im Nordhäuser Dom ein Dankgot- tesdienst aus Anlass seines Silbernen Weihejubiläums.

Die Pfarrgemeinde Nordhausen und die Filialgemeinde Niedersachswerfen gestalteten ein festliche Hoch- amt als Dank an Diakon Döring, der in 24 Jahren einprägsame Spuren seines seelsorgerischen Wirkens hinterließ.

Hauptzelebrant des Gottesdienstes war Kardinal Georg Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, langjähriger Wegbegleiter Edmund Dörings und als ehemaliger Pfarrer in Jena letztlich der "geistliche Impuls" für die Entscheidung zum Diakonenamt.

Gemeinsam mit dem Kardinal zelebrierten das feierliche Hochamt die ehemaligen Pfarrer der Domgemein- de Rektor Dr. Arno Wand und Regens Wolfgang Ipolt mit dem jetzigen Pfarrer Richard Hentrich.

 

 

v.l.n.re.: Rektor Dr. Arno Wand, Pfarrer Richard Hentrich, Kardinal Georg Sterzinsky, Diakon Edmund Döring, Regens Wolfgang Ipolt
 

Zu seinem Dienst am Menschen befragt, sagt Diakon Döring:
 

„Mit ganzem Herzen vertrau auf den  Herrn, bau  nicht auf  eigene Klugheit;

such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade.“
 

Diese Erfahrung aus dem Buch der Sprichwörter ( 3,5.6) hat mich 63 Jahre meines Lebens begleitet, davon nun 25 Jahre als Diakon.
 

Geboren am 24.12.1946 in Krombach / Eichsfeld. Aufgewachsen in einer Bauernfamilie mit noch fünf Ge-schwistern.1965 Abitur in Hei-ligenstadt mit 4 Jahren Konvikterfahrungen. 1 Jahr Intensivkurs  in Griechisch und Latein in Halle. Theologiestudium in Erfurt bis 1969. Abbruch des Studiums nach dem Biblicum.
1970 – 1972  Lehrausbildung zum Krankenpfleger im kath. Kranken-haus in Erfurt. Ebenfalls 1972 Ab-schluss des Theologiestudiums mit dem Theologicum als Gasthörer. 1973 – 1985 Katechet in Jena.

Eheschließung mit Maria Möschl am 19.05.1973. Geburt der Kinder Markus (1974), Johannes (1975), Barbara (1978 ) und Matthias (1984).
 

Weihe zum Diakon am 30. März 1985 durch Bischof Dr. Joachim Wanke in Jena.

 

1986 Umzug nach Niedersachswerfen.
 

Neben vielfältigen Aufgaben in der Filialgemeinde St. Johannes Nepo-muk in Niedersachswerfen und der Pfarrgemeinde Dom zum Hl. Kreuz in Nordhausen schlägt mein Herz für die Krankenhausseelsorge, die Notfallseelsorge und die Hospizarbeit.

 

Viele Wege wurden mir geebnet dank Gottes Fügung. Viele Menschen haben mich ermutigt und begleitet: Meine Eltern, Geschwister, meine Frau und Kinder, Freunde und Gemeindemitglieder und in besonderer Weise Georg Sterzinsky (als Kaplan in Heiligenstadt, als Pfarrer in Jena, als Generalvikar in Erfurt, als Bischof und Kardinal in Berlin).

Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Dank zu meinem 25. Weihejubiläum.

 

siehe auch hier

 

Johannes Nepomuk Neumann

 

Philadelphia – mit dieser Stadt mag man vieles verbinden, nicht aber, dass sie Missionsgebiet sei. Als Johann Nepomuk Neumann auf dem Weg zum Priesterberuf war, wurden jedoch für Nordamerika Missionare gesucht. Für die deutschsprachigen Einwanderer gab es zu wenig Priester. Im Studienjahrgang an der Fakultät in Prag hatte man ganz andere Probleme: Als der junge Theologe, der am 28. März 1811 im böhmischen Prachatitz geboren wurde, sich 21-jährig entschied, dem Ruf nach Amerika zu folgen, konnte er nicht geweiht werden – es gab zu viele Priester in der Diözese. So wandte er sich an John Dubois, Bischof von New York, der ihn als Priesteramtskandidat annahm. Am 20. April schiffte er in Le Havre ein und erreichte am Fronleichnamstag 1836 New York. Gut drei Wochen später weihte Bischof Dubois ihn in der St.-Patrick-Kathedrale zum Priester. Das erste persönliche „Missionsgebiet“ von Johann Nepomuk Neumann hieß Williamsville, maß 1450 km2 und bot ihm keine Unterkunft. Dauernd auf der Wanderschaft predigte der junge Priester, machte Krankenbesuche und feierte die Eucharistie. Nicht immer konnte er ausreichend essen.

„Ich werde keine 50 Jahre alt“, pflegte er zu sagen. Seine Gesundheit war schon früh angegriffen; einen ersten Schwächeanfall erfuhr er zu Ostern 1840. Erholung fand er in einem Redemptoristenkloster. Das Leben mit dieser Ordensgemeinschaft ließ in ihm den Wunsch reifen, selbst Redemptorist zu werden. 1840 begann er das Noviziat. Als junger Pater betreute er die Pfarre St. Alfons, wurde 1844 Hausoberer in Pittsburgh und 1848 Vizeprovinzial des Ordens. Als spiritueller Begleiter und engagierter Organisator fiel die Wahl auf ihn, als man einen neuen Bischof für Philadelphia suchte. In seiner Amtszeit, in der er weiterhin das Ordenskleid und keinen Bischofstalar trug, führte er ein einfaches Leben, gründete er über 100 Kirchen und rund 80 Schulen. „Unser kleiner Bischof“ wurde der nur 1,60 m große Ordensmann genannt. Er legte die Grundlagen für den Bau der Kathedrale. Im Januar 1860 brach er auf dem Heimweg auf der Straße zusammen – wie er es geahnt hatte, starb er im Alter von nur 48 Jahren. Als US-Präsident Barack Obama Papst Benedikt XVI. im Juli 2009 besuchte, übergab er dem Papst als Gastgeschenk eine Stola des heiligen Bischof Neumann.

 

(Anmerkung der Redaktion: Der heilige Johannes Nepomuk - der Brückenheilige von Prag, nach dem die Kapelle in Niedersachswerfen  benannt  wurde – ist  nicht Johannes Nepomuk Neumann.)


© Kath. Pfarramt
27. Mai 2010