Details im Dom: 14-Nothelfer-Fenster
Barbara und Dionys

Pfarrgemeinde am Dom
ZUM HEILIGEN KREUZ
Nordhausen am Harz



BARBARA - ist sie uns nicht ganz vertraut, die Hei-lige „von nebenan"? Liegt es daran, dass sich ihr Na-me als Rufname für die Mädchen fast ununterbrochen erhalten hat und dass er den zahlreichen Modetrends bei den Vornamen erfolgreich widerstanden hat? Dabei ist sie gar nicht so nachbarschaftlich, und ihr Leben war alles andere als leicht. Ihre Heimat war Ni-komedien in Kleinasien, wo sie um 306 den Märty-rertod starb. Ihr Vater, ein „wilder Heide", fürchtete, die kluge und schöne Tochter könne Gefallen finden am Umgang mit den Bekennern Christi und deren neue Religion annehmen. Er ließ sie deshalb in ei-nem Turm sicher verwahren, solange er abwesend war. Von dieser Zeit nun berichtet die Legende. Barbara habe die Zeit im Turm genutzt, über die Welt und ihren Schöpfer nachzudenken. Wie sie Jesus kennen lernte, ist nicht überliefert, doch wird berich-tet, sie habe in das Marmorpflaster ihres „Gefängnis-ses" ein Kreuz geritzt. Und da ihr Turm nur 2 Fenster hatte, habe sie ein drittes ausbrechen lassen zur Er-innerung an die Dreifaltigkeit.

Als ihr Vater nach Hause kam, das 3. Fenster und das Kreuz erblickte, entbrannte sein Zorn. Er selbst zeigte beim Richter seine Tochter als Christin an. Da

Barbara allen Beschwörungen des Richters, seinen Bitten und Drohungen standhielt, wurde sie gefoltert und schließlich durch den eigenen Vater enthauptet. Man sagt, die Strafe Gottes folgte auf dem Fuß: ein Blitzstrahl traf ihn tödlich.

Barbara wird gewöhnlich mit einem Turm und - wie bei uns auch - mit einem Kelch dargestellt. Sie wird an-gerufen um eine gute Sterbestunde, und so wurde sie die Patronin der Artillerie und der Bergleute. Ihr Fest ist am 4. Dezember.

Auf andere Weise spektakulär war auch das Leben des DIONYS, des ersten Bischofs von Paris. Er war vom Papst nach Gallien geschickt worden; dort hatte die Christenverfolgung um Lyon und Vienne entsetz-liche Opfer gefordert. Nun sollte Dionys mit 6 weiteren Bischöfen das Christentum erneut verkünden. Dionys schlug seinen Bischofssitz auf einer Seine-Insel (im heutigen Paris) auf, errichtete ein Gotteshaus und ord-nete die Feier der christlichen Feste. Er stürzte die Altäre der heidnischen Götter und führte - auch durch sein vorbildliches Leben - viele Heiden zum Glauben. Darüber erbosten sich seine Widersacher, und bei Ausbruch einer erneuten Christenverfolgung um 285 ergriffen sie die Gelegenheit beim Schopf und überga-ben ihn dem Richter. Nach schrecklichen Folterungen wurden er und zwei seiner Mitarbeiter enthauptet.

Soweit die Überlieferung, doch die Legende schmückt den Tod des Dionys noch aus. Sie erzählt, Dionys habe nach seiner Enthauptung seinen Kopf in die Hände genommen und ihn zu der Stelle getragen, wo er begraben werden wollte. Das war auf dem Montmartre, dem Berg der Märtyrer. In unserem Domfenster ist nur sein Kopf abgebildet. Statuen, z.B. in Vierzehnheiligen oder an Notre Dame in Paris zeigen ihn kopflos, den Kopf in den Händen haltend. Irgendwo las ich: „Dionys ist nicht tot. Dionys lebt! Er ist ohne Kopf, doch nicht kopf-Ios; sein Haupt ist der Herr!" Die Kirche gedenkt seiner am 9. Oktober.

 


© Kath. Pfarramt
29. September 2010