DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

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Die Seitenaltäre [ 10 ]  


In vielen katholischen Kirchen gibt es nicht nur einen Altar, den Hauptaltar, der vorne im Mittelschiff steht, sondern auch noch kleinere Altäre, mit nur ein paar wenigen oder sogar gar keinen Bänken davor. So ein kleinerer Altar wird Seitenaltar, lat. altare minus, oder Nebenaltar genannt. Diese Seitenaltäre stehen meist rechts und links an den Wänden des Hauptschiffes der Kirche.

Zur Zeit Kaiser Konstantins, der ungefähr 300 Jahre nach Christus lebte und unter dem das Christentum nicht mehr verfolgt wurde, das heißt die Christen konnten sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen und Kirchen bauen, wurden Seitenaltäre in eigenen Kapellen innerhalb einer Kirche errichtet. Sie waren vom restlichen Kirchenraum abgeschlossen, also separiert. Ab dem 5. bis 6. Jahrhundert änderte sich dies jedoch; seitdem wurden diese zusätzlichen Altäre offen an die Seiten der Kirchen gebaut. Mit den Seitenaltären wollte man meist die Gottesmutter Maria oder andere Heilige ehren. Deshalb finden wir auch oft über so einem Seitenaltar ein Bild der Gottesmutter oder eines anderen Heiligen. In der Reformation wurden die Seitenaltäre aus den nun evangelischen Kirchen entfernt.

Heute werden diese Nebenaltäre meist nicht mehr genutzt. Früher wurde an ihnen genauso wie am Hauptaltar die Eucharistie gelesen. Dies geschah oft gleichzeitig zur Hauptmesse oder an mehreren Seitenaltären zur gleichen Zeit.

Einige Seitenaltäre wurden mit Spenden wohlhabender Familien erbaut. Diese Familien wollten sich so eine Möglichkeit schaffen, jederzeit für sich oder einen Angehörigen ihrer Familie, eine Messe lesen zu lassen.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann