DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

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Der Kirchturm [ 14 ]  


Sicher kennt ihr alle einen Kirchturm oder seid sogar schon einmal hier in Nordhausen oder im Urlaub in einem Kirchturm hoch- gestiegen. Für sehr viele Menschen in Europa gehört der Kirchturm zu den Dörfern oder Städten.

Meist wurde der Kirchturm an die gegenüberliegende Seite des Hauptaltars gebaut. Kirchtürme hatten, wegen ihrer Höhe, in früheren Zeiten viele wichtige Funktionen. Sie galten als Wachtturm: Der Türmer, der bis zum Mittelalter in einer Wohnung im Kirchturm wohnte, konnte nach Feinden oder Bränden Ausschau halten und mit den Glocken die Bewohner der Stadt oder des Dorfes warnen. Sie wurden auch als Fluchtturm benutzt: In Zeiten von Krieg oder Katastrophen konnten die Menschen im Kirchturm Zuflucht finden. In Meeresnähe wurden Kirchtürme als Leuchttürme gebraucht. Als Uhrturm: An vielen Kirchtürmen befindet sich, oft in allen vier Himmelsrichtungen, eine Uhr mit Zifferblatt, die von Weitem schon gesehen werden kann. Kirchturmuhren waren die ersten mechanischen Uhren, die es gab. Heute dienen Kirchtürme oft auch als Aussichtsturm.

Kirchtürme hatten auch eine repräsentative Funktion. Man wollte früher zeigen, dass es sich eine Stadt leisten konnte, eine große Kirche mit einem hohen Turm zu bauen. Es gab regelrechte Wettstreits darüber, wer den höchsten Kirchturm hatte.  Den höchsten Kirchturm der Welt könnt ihr übrigens in Ulm sehen. Der Turm des Ulmer Münster ist ca. 162 m hoch, und wenn ihr bis nach oben laufen wollt, müsst ihr 768 Stufen hochgehen.

Neben all den weltlichen Funktionen hat der Kirchturm aber auch eine religiöse Symbolik. So wird er schon mal als „Finger Gottes“ bezeichnet oder als Symbol für die Verbindung von Himmel und Erde. Er weist natürlich auf die Kirche hin, als einen heiligen Ort, einem Ort, der sich von allem anderen unterscheidet. Einem Ort von Ruhe und Stille – einem Ort zum Beten.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann