DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

              NORDHAUSEN           


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Das Kirchenportal [ 1 ] 

Das Kirchenportal ist der Haupteingang in die Kirche und der befindet sich bei den meisten Kirchen im Westgiebel - also gegenüber des Altarraumes. Oft gibt es noch weitere Eingänge an den Seiten, die aber meistens nicht so eindrucksvoll aussehen wie das Hauptportal.

Hier im Nordhäuser Dom ist der interessanteste und historisch wertvollste Eingang das Südportal [1a]. An hohen kirchlichen Festtagen ziehen die Prozessionen (feierliche Umzüge aus religiösem Anlass) durch dieses Portal und zu besonderen Anlässen (z. B. Erstkommunion, Firmung) betreten die Erstkommunionkinder bzw. die Firmlinge über dieses prunkvolle Tor den Kirchen- raum.  Der Zugang über den Kreuzgang [1] wird im normalen Kirchenalltag von den Gläubigen und den Besuchern benutzt.

In der Antike, bei den römischen und griechischen Tempeln, waren diese Portale meist rechtwinklige Eingänge, vor die mehrere Säulen gebaut wurden.
Im Mittelalter wurden über die Eingangstüren der Kirchen Rundbögen gebaut, die mit verschiedenen Figuren verziert wurden. Diese Figuren waren meist Skulpturen von Engeln oder Heiligen. An den Kirchenportalen finden wir oft aber auch Bilder zu biblischen Geschichten.

Die verschiedenen Baustile im Laufe der vielen Jahrhunderte brachten jeweils besonders gestaltete Kirchenportale hervor. So gab es zum Beispiel in der Romantik (ein Baustil etwa zwischen dem Jahr 1000 und dem Jahr 1200) erst die einfachen Stufenportale, zu den später die Skulpturen hinzukamen. In der Gotik (Baustil etwa zwischen 1200 und 1500) gab es sogenannte Spitzbögen bei den Kircheneingängen. Das sind Rundbögen, die nach oben hin spitz zulaufen. Solche gotische Figurenportale kann man bei der Kirche Notre-Dame in Paris oder eben im Nordhäuser Dom bewundern. Hat man bei gotischen Kirchenportalen eher das Gefühl, der reich verzierte Eingang stehe für sich selber, so verschmilzt das Kirchenportal in der Renaissance (Kunststil, der auf die Gotik folgt) wieder mehr mit der Gesamtansicht der Kirche.

Ganz besondere Portale sind die Heiligen Pforten. Das sind bestimmte Eingänge an Kathedralen, die nur im Heiligen Jahr (besondere Jubiläumsjahre in der katholischen Kirche) geöffnet werden dürfen. Die feierliche Öffnung und Schließung dieser Portale findet durch den Bischof statt. In Rom gibt es vier Heilige Pforten, eine davon im Petersdom.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann