DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

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Die Osterkerze [ 4 ] 

In vielen Kirchen steht vorne am Altar, besonders in den Wochen nach Ostern, eine besonders große, schön geschmückte Kerze, die Osterkerze. Ihr brennendes Licht symbolisiert Jesus, der nach seinem Tod am Karfreitag an Ostern auferstanden ist. Deshalb wird die Osterkerze in der Feier der Osternacht am Osterfeuer feierlich entzündet und dann mit Gesängen in die dunkle Kirche getragen. Von der Osterkerze werden dann alle anderen Kerzen in der Kirche entzündet, sodass es wieder hell wird – das Licht des Lebens nach der Dunkelheit des Todes.

Der Brauch der Osterkerze, die aus gebleichtem Bienenwachs hergestellt und mit den Jahreszahlen des jeweiligen Jahres geschmückt wird, ist sehr alt, über 1.500 Jahre alt. Auf der Osterkerze ist neben den Jahreszahlen auch ein Kreuz und der erste sowie der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, Alpha und Omega, die Jesus Christus als Anfang und Ende allen Lebens symbolisieren. Hinzukommen noch rote oder goldene Wachsnägel, die für die Wunden Jesu am Kreuz stehen.

In der katholischen Kirche wird die Osterkerze nach Pfingsten in die Taufkapelle oder in die Nähe des Taufsteins  gestellt und bei Taufen und Trauungen entzündet. Bei einer Begräbnisfeier steht die Osterkerze am Sarg des Verstorbenen. In evangelischen Kirchen steht die Osterkerze meistens das ganze Jahr über in der Nähe des Altars und wird bei allen Gottesdiensten angezündet.

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann