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Der Hochaltar [ 5 ] 

Der Begriff „Hochaltar“ bezeichnet zunächst einmal nur den Hauptaltar in einer Kirche. Denn schon seit dem frühen Christentum konnte es in einer Kirche mehrere Altäre geben, also den Hauptaltar und mehrere Nebenaltäre, die auch Seitenaltäre genannt wurden. Als sich die evangelische Kirche in der Reformation vor fast 500 Jahren von der katholischen Kirche trennte, wurden in den evangelischen Kirchen die Seitenaltäre entfernt, sodass es nur noch einen Altar gab. Deshalb wird der Begriff „Hochaltar“ fast nur noch für den Hauptaltar in katholischen Kirchen verwendet.

Der Hochaltar steht meistens gegenüber dem Haupteingang in der sogenannten Apsis, einem meist halbkreisförmigen Raumteil, mit dem die Kirche an der Stirnseite abschließt. In Kirchen, in denen zum Beispiel ein Apostel oder ein Märtyrer beerdigt ist, kann der Hochaltar auch direkt über dem Grab stehen, so zum Beispiel in der Peterskirche in Rom. In der Mitte des Hochaltars steht meist der Tabernakel, in dem die geweihten Hostien aufbewahrt werden.

In der katholischen Kirche gab es vor rund 50 Jahren eine große Versammlung von Bischöfen (sog. Zweites Vatikanisches Konzil), bei der viele Änderungen des katholischen Gottesdienstes beschlossen wurden. Vor dieser Versammlung hatte der Priester den Gottesdienst vor dem Hochaltar stehend (mit dem Rücken zur Gemeinde) gefeiert. Jetzt feiert er ihn der Gemeinde zugewandt an einem neuen Altar (dem sog. „Volksaltar“), sodass der Begriff „Hochaltar“ heute oft den alten Hochaltar bezeichnet, der im Gottesdienst nicht mehr genutzt wird. Deshalb gibt es in den meisten katholischen Kirchen, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gebaut wurden, keinen Hochaltar mehr.

Zu einem Hochaltar gehören oft ein großes Gemälde oder Holzskulpturen, die eine Szene aus dem Neuen Testament oder aus dem Leben eines Heiligen zeigen.    

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann