DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

              NORDHAUSEN           


www.dom-nordhausen.de          

Das Ewige Licht [ 6 ]  

In allen katholischen Kirchen findet ihr in der Nähe des Tabernakels (des kleinen, oft wertvoll gestalteten Schränkchens, in dem die geweihten Hostien nach der Eucharistiefeier aufbewahrt werden) ein kleines Licht. Es kann ein Standlicht sein, es kann in einem Leuchter an der Wand befestigt sein oder von der Decke herabhängen. Dieses Licht heißt „ewiges Licht“, weil es immer brennen soll – mit einer Ausnahme, von der ihr gleich lesen werdet. Das ewige Licht zeigt die Gegenwart Jesu Christi in den geweihten Hostien an und erinnert so an die Gegenwart Gottes in der Kirche. Zugleich ist das brennende Licht ein Zeichen der Verehrung Gottes.

Das ewige Licht findet sich in katholischen Kirchen seit etwa 700 Jahren. Der Brauch kommt aus dem Nahen Osten, wo man schon seit dem 5. Jahrhundert nach Christus Kerzen auf den Gräbern der Märtyrer und auf Altären brennen ließ. Häufig haben die ewigen Lichter einen roten Lampenschirm, um sie besser von den anderen Kerzen in einer Kirche unterscheiden zu können.

Nur an drei Tagen im Jahr wird das ewige Licht am Tabernakel in der Kirche gelöscht und zwar in der Zeit vom Gründonnerstag bis zur Osternacht. In dem Gottesdienst am Gründonnerstagabend, in dem an das Letzte Abendmahl Jesu erinnert wird, werden die geweihten Hostien aus dem Tabernakel entfernt, der dann leer steht. Deshalb wird auch das ewige Licht, das ja an die Anwesenheit Gottes erinnert, gelöscht, und erst bei der Feier der Auferstehung Jesu in der Osternacht wieder entzündet.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann