DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

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Der Ambo


Das Wort „Ambo“ kommt aus der griechischen Sprache vom Wort „anabainein“, das „hinaufsteigen“ bedeutet. Schon daran wird deutlich, dass der Ambo in der Kirche ein erhöhter Ort ist. Vorstellen könnt ihr euch ein Ambo wie ein Lesepult und das zeigt auch schon seine Verwendung an. Vom Ambo werden im Gottesdienst vom Priester/Pfarrer, dem Diakon oder dem Lektor die biblischen Texte aus dem Alten und Neuen Testament verlesen. Auch der Antwortpsalm und das Osterlob (Exsultet) werden am Ambo vorgetragen. Die Verwendung eines gesonderten Ortes für die Verlesung der Heiligen Schriften soll die hohe Bedeutung des Wortes Gottes für die christliche Gemeinde unterstreichen.

Der Ambo kommt aus der frühchristlichen Kirche; im Mittelalter geriet er weitgehend in Vergessenheit. Für die Bibellesungen wurde häufig ein Lesepult im Altarraum genutzt; für die Predigt (die Auslegung der biblischen Lesung) kam die Kanzel im Kirchen- schiff in Gebrauch. Im heutigen Gottesdienst kann die Predigt sowohl vom Ambo als auch von der Kanzel (in der Regel in lutheri- schen Kirchen) gehalten werden.

Nachdem der Ambo im Mittelalter in Vergessenheit geraten war, kam es in der katholischen Kirche zu einer Wiederbelebung in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren. Wo der Ambo heute steht und wie er gestaltet ist (häufig mit religiösen Motiven) wird immer wieder diskutiert. Welche Bedeutung der Ambo heute hat, ist auch daran zu erkennen, dass er von vielen als „Tisch des Wortes“ (im Gegensatz zum Altar als „Tisch des Mahles“) bezeichnet wird. „Tisch des Wortes“ und „Tisch des Mahles“ sind die beiden zentralen Orte im Gottesdienst.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann