DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

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Der Beichtstuhl [ 9 ]  


In fast allen katholischen Kirchen kannst du „hölzerne Kästen“ entdecken, die meistens vorne eine Tür und an einer oder in der Regel an beiden Seiten eine Kniebank haben. Zwischen dem Raum in der Mitte und den Seiten ist ein hölzernes Gitter. So ein Kasten heißt „Beichtstuhl“; der Name erklärt, wofür er gebraucht wird – für die Beichte.

Die Beichte ist in der katholischen Kirche eines der sieben Sakramente, es heißt auch Bußsakrament. Dabei bekennt der Christ vor Gott seine Sünden und ihm wird durch den Priester die Vergebung Gottes zugesprochen. Früher saß der Priester dabei auf einem Stuhl, der in der Folge immer reicher verziert wurde. Da von Anfang an das Beichtgeheimnis galt, das heißt, der Priester darf die gehörten Sünden niemandem und unter keinen Umständen weitersagen, entstanden mit der Zeit die Beichtstühle, in denen sowohl der Priester als auch andere Kirchenbesucher den Beichtenden nicht erkennen.

Die erste Beichte empfangen Kinder in der katholischen Kirche in der Regel im Zusammenhang mit dem Empfang der heiligen Erstkommunion. Das muss nicht zwingend in einem Beichtstuhl sein. Jeder Christ kann die Beichte auch in einem Beichtzimmer ablegen, in dem sich Priester und Beichtender gegenüber sitzen.

Auch die evangelische Kirche kennt die Beichte, jedoch nicht mehr in der Form der Einzelbeichte wie in der katholischen Kirche, sondern als Sündenbekenntnis der ganzen Gemeinde im Gottesdienst, worauf allen die Vergebung Gottes zugesprochen wird. Jedoch können auch heute noch in älteren evangelischen Kirchen prächtige Beichtstühle vorhanden sein.  

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Text: Roswitha Tillmann