DOM ZUM HEILIGEN KREUZ      

              NORDHAUSEN           


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Baugeschichte  

Die Gründung des Domes geht zurück auf die Errichtung eines Frauenstiftes durch die Königin Mathilde im Jahre 961 auf dem Boden der Burganlage, die ihr von ihrem Gemahl Heinrich I. im Jahre 927 als Witwensitz geschenkt worden war. Von dem damals errichteten Kirchenbau sind bislang keine Reste bekannt geworden.  

 

 

Drei erkennbare Stilepochen:

  • Romanik    - Türme, Krypta u. Teile des Kreuzganges (grün) 
  • Frühgotik  - Chor (voiolett) 
  • Hochgotik - Langhaus, Kapitelhaus an der Nordseite (grau) 

Die romanische Basilika 1130 - 1200 (grün) 

 

 

  • Krypta mit halbrunder Apside, dreischiffig 7,6 m x 7,4 m, Muschelkalk, um 1130
  • Unterbau der Türme, bis Simshöhe Chor aus Muschelkalk, ebenfalls ab 1130
  • darin jeweils zwei Turmkapellen mit Apsiden
  • Mittelteil der Türme aus gelbem Sandstein, heute verputzt, ab 1180
  • Rundbögen an der Innenseite des Kreuzganges 

 Nicht mehr vorhanden:

  • Chor, Grundfläche wie Krypta
  • Dreischiffiges Langhaus, 28 m x 14 m, flache Holzdecke, Mittelschiff evtl. eingewölbt

Der frühgotische Kirchenbau 1234 - 1237 (violett)   



  • Frühgotischer Chorraum, erbaut 1234 - 1267 (Weihedatum), 18,22 m x 7,44 m
  • ursprünglich zwei rippenlose Kreuzgewölbe,
    davon das westliche später mit Kreuzrippen unterteilt
  • Chorfenster an der Ostseite
  • Abschluss zum Langhaus bildet ein Triumphbogen
  • 1801 wurden aus statischen Gründen die Turmfenster ausgemauert und die je vier Ecktürmchen an den Hauben entfernt

Nicht mehrvorhanden:

Altgotisches Langhaus, Abmessungen unbekannt

Das hochgotische Langhaus (grau)   

 

  • Baubeginn 1340, Erneuerung ab 1450
  • steiles, 19 m hohes, im Osten abgewalmtes Satteldach
  • Dreischiffig, Länge 32 m, Mittelschiff 10,4 m und Seitenschiffe je 7,1 m breit
  • Gewölbehöhe: 17 m
  • zwei Reihen von je fünf achteckigen Bündelpfeilern
  • Einwölbung ab 1522, Mittelschiff Sterngewölbe, Seitenschiffe  Netzgewölbe
  • Rippenwerk aus Marmor,
    bei späterer Einwölbung von 5 Jochen 1843 aus marmoriertem Sandstein
  • Acht große Fenster mit verschiedenem spätgotischem Fischblasenmaßwerk
  • an der Südseite reich verziertes gotisches Hauptportal mit Vorhalle

Das heutige Bauwerk  

 

  • schwere Beschädigungen bei der Bombardierung Nordhausens im April 1945,
    Verlust des Steildaches und der kunstvollen Fenster
  • 1964 - 1967 Wiederherstellung des Domdaches mit Schieferdeckung
  • 1973 - 1978 Gesamterneuerung des Inneren,
     teilweise Entfernung der Neugotischen Ausstattung
  • 1979 Sanierung der Türme und Kupfereindeckung des Nordturmes
  • 1981 Kupfereindeckung des Südturmes
  • 1985 Neuverglasung der Seitenfenster mit Butzenscheiben
  • 1991 Sanierung der Strebepfeiler und der Domfassade
  • 1996 Rekonstruktion des Kapitelhauses mit moderner Innenarchitektur als Gemeindehaus
  • 2008 statische Sicherung der Türme, Wiederöffnung der Turmfenster
    Neugestaltung der Außenanlagen

Text: Günter und Reinhard Wagner
Urzeichnung des Nordhäuser Doms: Jörg-Peter Gottstein, Erfurt; Grafikmodifizierung: Günter Wagner, Nordhausen

Quellennachweis: siehe Impressum