Die Mitte erleben -
Erinnerungen an eine besondere Zeit

Pfarrgemeinde am Dom
ZUM HEILIGEN KREUZ
Nordhausen am Harz



Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle dem Nordhäuser Pfarrer Joachim Kruse.
Mit freundlicher Genehmigung überließ uns Pfarrer Kruse, seine Gedanken zu "Die Mitte erleben" zwecks Veröffentlichung auf dieser Seite.

 
 

Ein großes Fest ist vorbei. Mit staunenden Gesichtern vor farbigen Beeten und bunten Blumen knallend in den Nachthimmel gemalt – so endete die Landesgartenschau heute vor  einer Woche. Vorbei, Geschichte – und kommt nie wieder. Da wird mir auch wehmütig.

Jahrelang mühten sich viele Engagierte, dieses besondere Ereignis in der Stadt zu gestalten. Und es ist wohl gelungen! Die Besucher waren erfreut über Farbenpracht und Schönheit der Pflanzen oder die baulichen Veränderungen in der Stadt. Den Menschen am Ort, auch den Skeptikern, bleibt die Erinnerung an eine besondere Zeit - und natürlich die neue Mitte, ein Bürgerpark im Herzen der Stadt.

     

Die Kirche zeigte zur Landes-gartenschau vor allem eines: Gesicht. Gemeinden der Stadt und der Region gestalteten un-ter dem Leitwort die Mitte er-leben gemeinsam Konzerte, Gottesdienste und Feste.
Mit Eröffnungs- und Abschluss-gottesdienst auf der Hauptbüh-ne, der täglich offenen Frauen-berg-Kirche, dem christlichen Kleinkunstfestival gelangen Hö-hepunkte!
Und eine ökumenische Ge-meinschaft wurde für mich erlebbar, wie sie so vorher in der Stadt nie zustande gekommen ist.


Besonders an der Frauenberg-Kirche wurden Menschen mit der Frage nach ihrer Mitte bewusst religiös angesprochen.
Im Klostergarten entstand ein be-sinnlicher Ort der Ruhe, untermalt von Sphärenklängen aus aller Welt.

Der Vaterunser-Garten wurde ein blau-weißes Sprachbild für das Leben mit Freud und Leid.


 

In der spektakulären Gestaltung des modernen Längsschiffs mit Stahlsäulen und Segelflächen sahen viele exemplarisch den Wandel der Stadt und erkannten: hier ist eine Hoffnungsgeschich-te! Vor allem aber waren es die Menschen in der offenen Kirche, die von ihrem Leben und Glauben erzählten. Mehr als 300 Ehrenamt-liche, die über 83.000 Besucher im Gotteshaus begrüßen konnten.

 

 

Die Mitte erlebendas hieß für mich in diesen 169 Tagen (und den drei Jahren Vorbereitung zuvor!): Gott ist mitten unter uns und gestaltet sein Reich. Und wird es auch weiter tun. Dass Menschen schmecken und sehen, wie gut es dieser Gott mit uns meint, in dieser Stadt, in unserer Region. So wünsche ich mir, dass bei uns noch viele solche Hoffnungsgeschichten wachsen, Mut machen und Menschen die Mitte ihres Lebens finden. Dann ist mehr geschehen als nur eine schöne Landesgartenschau.

Pfarrer Joachim Kruse

 

© Kath. Pfarramt
15. November 2006